Episodes of a Gipsy Life – Fiji/Fidschi No.1

read in English after the picture gallery…

Dezember 2008. Über Weihnachten verbringen wir eine Woche auf den Fidschi Inseln. Genauer gesagt springen wir zwischen den Yasawa Inseln herum.

Es ist Heilig Abend und wir schnorcheln in der Blauen Lagune – Drehort des Films mit Brooke Shields übrigens. Die Kulisse ist wunderschön. Einer der einheimischen Führer sitz unter einem Baum und erzählt mir, dass er gerade erst zurückgekehrt ist. Er hat woanders gearbeitet. Ich frage ihn, ob er die große weite Welt vermisst. Denn ganz ehrlich, so wundervoll es auf diesen Inseln auch ist, ich würde in Kürze aus Langeweile sterben. Immer nur Touristen betreuen, Tag ein Tag aus? Nichts für mich. Doch er sagt, nein, er vermisse es nicht, er sei froh, wieder da zu sein, denn “there is no place like home”.

_MG_5624_01Ich frage mich, damals wie heute, was das eigentlich ist, Home? Wo sind wir zuhause? Noch nie habe ich verstanden, wie es Menschen schaffen, ein ganzes Leben lang an ein und demselben Ort zu verbringen. Und gleichzeitig frage ich mich schon ewig, ob mit mir etwas nicht stimmt, weil ich es nie lange irgendwo aushalte, weil ich weiter ziehen möchte. Es scheint, ein Freund von mir hatte Recht, als er sagte, nachdem er mich gerade kennen gelernt hatte, er vermute, ich sei wie der Wind. Ich komme in sein Leben, wirbele alles einmal kräftig durch und dann verschwinde ich wieder. Vehement habe ich mich gegen diese Charakterisierung gewehrt, doch ich fürchte, er behält Recht. Nicht, was die Freundschaft betrifft, die kann ewig halten. Ich rede von meiner physische Präsenz.

Ich war zwar noch nicht überall – keine Sorge, es steht auf der Liste – aber ich habe in Australien gelebt, bin dort gereist, habe in London gelebt und bin auch von da wieder fort um durch Spanien zu laufen, um wieder in Deutschland zu landen. Und jetzt, wo ich dachte, in Hamburg vielleicht meinen Platz gefunden zu haben, besteht eventuell die Notwendigkeit für einen Job umzuziehen. Ich weiß, ich würde schweren Herzens gehen, aber ich würde gehen. Warum auch nicht. Ich kann ja immer noch zurück kommen. Oder auch nicht. Die Welt ist groß. Riesig um genau zu sein. Und es gibt so viel zu entdecken, so viel zu erleben, zu tun. Warum sich an einen Ort binden?

_MG_5644_01Die Frage ist für mich jedoch vielmehr, macht mich das heimatlos? Bedeutet die Tatsache, dass ich nicht mein ganzes Leben auf meiner wunderschönen Insel verbringen möchte, dass ich nirgendwo hingehöre? Manchmal, ja, gibt es Momente in denen ich mich ziemlich verloren fühle in dieser Welt. Andererseits, geht uns das nicht allen so? Ist die Suche nach dem Platz an den wir gehören nicht so oder so ein Teil des Lebens, seine Aufgabe sogar? Und werde ich dann nicht automatisch irgendwann diesen Ort entdecken? Oder ist es vielmehr so, dass dieser Ort gar nicht unbedingt ein Ort sein muss? Auch wenn ich manchmal alleine bin, macht mich das nicht einsam. Bloß weil ich umher laufe, habe ich mich nicht verirrt. Im Gegenteil. Immer dann, wenn ich unterwegs bin, wenn ich die Welt erkunde und ihre Menschen, bin ich wirklich zuhause. Dann bin ich glücklich, innerlich ruhig trotz der Aufbruchsstimmung. Dann habe ich das Gefühl, mein Leben wirklich zu leben.

Und vielleicht, eines Tages, wird sich das ändern. Und dann finde ich einen Ort, an dem ich bleiben möchte, an dem mich der Wind nicht aufruft weiter zu wandern. Oder ich finde eine Basis, von der aus ich immer wieder aufbrechen und zu der ich zurück kehren kann. Aber bis dahin zitiere ich meine Freundin aus Australien die einst so passend sagte, “without a home, yet at home all the time”.

Hier ein paar Eindrücke meiner vorübergehenden Heimat, die Yasawa Inseln, Fidschi.

December 2008. We’re spending Christmas on the Fiji islands. More specifically we’re doing island hopping in Yasawa.

_MG_5643_01It is Christmas eve and we are snorkeling in the Blue Lagoon – the film with Brooke Shields was shot here, by the way. It is beautiful. One of the indigenous guides is sitting under a tree telling me that he just returned to Fiji. He was working somewhere else. I ask whether he is missing the world out there. Because, honestly, as marvelous as these islands are, I would not last there very long. I’d die of boredom serving tourists day after day. But he says no, he doesn’t miss it. He’s actually quite happy to be back because “there’s no place like home.”

_MG_5624_01I’m wondering, then as now, what ‘home’ actually means. Where are we at home? Never did I understand how people managed to spend a lifetime in a single place. Yet, at the same time, I kept wondering if there’s something wrong with me. Because I cannot stay anywhere for too long. I got to keep moving. I want to. It seems that a friend of mine stays in-corrected with what he said about me when we first met. He assumed I’m like the wind. I come into his life, twirl everything around and then disappear again. I vehemently begged to differ, but I fear he’s right. Not regarding my friendship, that might last a lifetime, but in regards to my physical presence.

I haven’t been everywhere – don’t worry, it’s on the list – but I have lived in Australia, I travelled around there, moved to London only to leave again for Spain to then return to Germany. Now that I thought Hamburg might be the right place for me to stay, I could possibly face the necessity to move due to a job. I know I’d feel heartbroken, but I certainly would leave. And why wouldn’t I? I can always come back. Or not. The world is big. Huge, actually. There is so much to discover, to experience, to do. Why bind yourself to one place only?

_MG_5644_01However, the question to me rather is: does that make me homeless? Does the fact that I don’t want to spend my whole life on my beautiful island mean that I don’t belong anywhere? Sometimes, yes, there are moments when I feel a little lost in this world. But then, don’t we all?Isn’t the search for a place we belong to a part of life, it’s task even? And if so, won’t I eventually find that place anyway? Or maybe this place doesn’t actually have to be a place. Even if I’m alone sometimes that does not make me lonely. Although I’m walking about, I’m not lost. To the opposite. Whenever I’m ‘on the road’, when I discover the world and its people, I really feel at home. Then, I am happy, calm inside despite the spirit of optimism that excites me to the bones. Then, I am truly alive.

And maybe one day that will change. And I’ll find a place that makes me want to stay with no wind calling me to wander on. Or I’ll find a base to leave from and always to return to again. But until then I’ll quote my friend from Australia who once so wisely said, “without a home, yet at home all the time.”

Up in the gallery are some impressions of my temporary home, the Yasawa Islands, Fiji.

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2 thoughts on “Episodes of a Gipsy Life – Fiji/Fidschi No.1

  1. Tolle Fiji-Fotos! Und interessante Gedanken. Ich habe mich auch schon manches Mal gefragt, ob ich durch unsere ungezügelte Reiselust kleine Nomaden heranziehe. Zum Beispiel wenn mein Sechsjähriger fragt: “Können wir nicht endlich mal wieder verreisen? Wir waren jetzt lange genug zu Hause!” Oder sein großer Bruder schockiert vorbringt: “Wie, wir fahren gar nicht weg? Aber morgen ist doch schulfrei!” Wir haben so eine feste Basis, von der aus wir immer wieder aufbrechen, aber aufbrechen tun wir eben alle gern. Bisher dachte ich mir immer, Zuhause ist für meine Jungs da, wo die Familie ist. Aber wie wird das später, wenn sie groß sind? Da hast du mich grad echt zum Nachdenken gebracht…

    1. Ich verstehe, was du meinst. Doch ich denke, dass es gut ist, immer wieder aufzubrechen, die Welt kennen zu lernen. Und ich glaube nicht, dass es deinen Kindern schadet, früh zu lernen, dass es diese Welt “da draußen” gibt. Wie gesagt, Zuhause muss für mich kein Ort sein. Zuhause sind wir meiner Ansicht nach in uns selbst. Und zwar dann, wenn wir uns wohl fühlen, mit dem, was wir tun. Es gibt so ein Sprichwort: “Not all who wander are lost.” Ich würde mir also keine Sorgen machen.

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