Episodes of a Gipsy Life – Fidschi No.2

Dezember 2008. Yasawa Inseln. Nie werde ich vergessen, wie während wir unten im Meer plantschten, oben auf dem Berg ein Schwein um sein Leben kämpfte. Es wurde mit Knüppeln erschlagen um es zu schlachten, was ewig dauerte. Ich vergesse nicht, wie mir sein Quieken durch Mark und Bein ging und wie ich fast Erleichterung verspürte, als es endlich vorbei war. Und ich werde auch nicht vergessen, wie ich inständig hoffte, es möge an diesem Abend kein Schwein zu essen geben – es gab Schwein – und wie ich es kaum fertig brachte auch nur einen Bissen runter zu kriegen. Es gibt ein Hygiene Gesetz, das es verbietet, Touristen selbst geschlachtetes Fleisch zu servieren. Doch das wusste ich an dem Abend nicht und beneidete von ganzem Herzen mein Freundin um ihr Vegetarier Dasein.

Das Leben auf einer winzig kleinen Insel ist anders, als das, was wir gewohnt sind. Natürlich werden dort die Tiere selbst geschlachtet. Vielleicht nicht ganz so effizient, aber eben auf eine Art und Weise, wie es auch ohne wesentliche technische Hilfsmittel möglich ist. Anscheinend neige ich zu emotionalen Überreaktionen. Ich fand es wirklich schrecklich, obwohl ich ja nun weiß, dass jedes mal ein Tier stirbt, wenn ich Fleisch essen will. Das hier soll auch kein Urteil sein, sondern eine Feststellung darüber, dass das Leben überall anders ist. Ich bin froh, dieses Leben auf Fidschi kennengelernt zu haben und freue mich über jede neue Erfahrung.

Ein typisches Inselleben durfte ich auf Grunavou bestaunen. Alles wird von Hand gemacht. Das Essen wird frisch zubereitet, die Vorbereitung braucht seine Zeit. Die Wäsche wird gewaschen und in ihrer farbenfrohen Pracht auf die Leinen gehängt. Die Hütten bestehen aus Wellblech und anderen Überbleibseln, schön funktionsmäßig zusammengeschustert. Es gibt eine Grundschule, einen vollständig leeren Gemeinderaum und sogar eine Kirche. Die einzigen Gebäude mit richtigen Mauern. Die älteren Kinder haben gerade Schulfrei, weshalb auch sie zuhause sind. Sonst werden sie per Motorboot auf eine andere Insel gebracht. Für die gesamte Woche. Erst am Wochenende geht es zurück. Allesamt wirken die Menschen dort zufrieden mit ihrem Leben. Mehr noch. Glücklich.

Cava in the Making
Kava in the Making

Ob das am Kava liegt? Das ist der zeremonielle Trunk, mit dem auch Gäste empfangen werden. Also wir. Ich probiere und muss zugeben, es schmeckt wie mit Wasser vermischter Sand. Eigentlich ist es eine Wurzel, mit dem Schwarzen Pfeffer verwandt. Die wird gemahlen und dann in Wasser gelöst. Mein erster Eindruck ist wenig überzeugt. Erst ein paar Tage später, auf einer andern Insel, als wir die Nase voll von den anderen Touris haben und uns zu den Einheimischen gesellen, entfaltet sich mir seine ganze Wirkung. Denn während wir mit den Männern ein Brettspiel spielen, macht der Kava die Runde. Immer wieder. Ausgeschenkt vom King in einer halbierten Kokosnussschale. Ursprünglich war dieses Gebräu mal den Männern vorbehalten, doch wir dürfen mittrinken. Ein anderer Name für Kava ist Rauschpfeffer. Es wird als Genussmittel zur Entspannung der Muskeln konsumiert. Na klar. So gut wie ich an dem Abend einschlafe, kann ich jedenfalls den Namen “Rausch”-pfeffer absolut nachvollziehen.

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